Hier ein paar Texthintergrundinformationen zu den einzelnen Liedern von unserem Debüt "Laßt euch sagen aus alten Tagen..." und dem Demo "IRING"

Als erstes rechts daneben das Originalgemälde vom Cover der CD.
Ein guter Freund Namens SPITZ fertigte es extra nur für uns an. Gezeigt wird hier die Szene wo IRING gerade seinen König auf die Leiche des Feindes legt. Im Hintergrund, das Frankenlager mit aufgebrachten Wachen, welche die Schandtat mitbekommen haben und heran stürmen. Am Berg ist die Königsburg zu orten, die nicht wie vorläufige Meinungen behaupteten, Burg Scheidungen oder gar die Runneburg ist, welche erst viel später ihre Wirkungszeiten hatten. Man kann etliche Details noch heraus erkennen aber dessen genaue Interpretation dem Künstler selbst vorbehalten sein sollte.
Iring - Ölgemälde von Spitz

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Präludium

Präludium - Rohr 2000

Eine Art musikalische Einleitung für das Gesamtkonzept der CD, die hauptsächlich das thüringisch/ hermundurische Siedlungsgebiet
(quasi "mi Heimet"), beinhalten soll. Der Hauptschwerpunkt der Platte handelt über den Untergang des Thüringer Königreiches um 531 u. Z.. Ursprünglich war für jene Stelle das Intro vom Demo mal gedacht, aber na ja!




Menosgada

Bei MENOSGADA handelt es sich um einen heiligen Berg, in Main-Oberfranken bei Lichtenfels, der den heutigen Namen Staffelstein trägt.
Es ist ein keltisches Oppidum, das bei Ptolomäus, einen griechischen Geographen, schon beschrieben wurde. Auf gut deutsch heißt es: "die Stadt am Main". In diesem Stück wird geschildert, wie die keltische Bevölkerung vor den von Norden heranziehenden Germanen ihre Reise/Flucht gen Westen antraten, wo später dann viele keltische Stämme innerhalb der ganzen Völkerwanderungszeit siedelten.
Suebe - Oberdorla
Im Text selber ist viel Phantasie aus der bekannten Mythologie mit eingeflossen, da nichts weiter Schriftliches bekannt war aus jener Periode.
Mit dem goldenen Zeitalter wird z.B. die Bronzezeit des Nordens vermutet, die bei den alten Griechen und in der germanischen Mythologie Erwähnung fand.
In jener Ära gab's wenig Kriege, aufgrund der milderen Witterungsverhältnisse. Dadurch wurden auch die Ernten besser und es herrschte keine Hungersnot mehr, so daß man neues Land suchen bzw. erobern mußte.

Die Zeile "als ob der Himmel über einem bricht" hört sich zwar lustig an, ist aber so. Nämlich damals, als Alexander der Große auf gallische Söldner aus Galatien traf und sie fragte, was sie am meisten ängstigte (in der Hoffnung, das sein Name fiel), da meinten sie nur sie hätten vor nichts Angst außer "das der Himmel über ihnen bricht". Das gleiche sagte auch ein keltischer Gesandter als er in Rom eintraf. Jenes wurde auch ganz geschickt bei Asterix mit eingebaut, was aber kaum jemand verstand.
Mit "Hy Breasil" in den letzten Zeilen sind die "seligen Inseln" aus der keltischen Mythologie gemeint, die irgendwo im westlichen Weltmeer vermutet wurden. Dieser Mythos ist unter vielen Namen bekannt: Autre Monde, Hy Breasil, Tir na nOg, Anderswelt, Avalon usw. Bei den Griechen war es z.B. Ogygia. Viele versuchen auch eine Verbindung mit Atlantis herzustellen. Auf jeden Fall hat der heutige Staat Brasilien daher seinen Namen, weil damals spanische Seefahrer, als sie das Land entdeckten (wieder neu entdeckten), sich an alte irische Ammenmärchen erinnerten und meinten nun jenes Stück Erde gefunden zu haben.
Auf Menosgada sind wir gekommen, als Stickel und meiner einer mal vom THOMANN kamen (Größtes Musikhaus Europas) und danach auf ein Konzert fuhren, aber unterwegs uns noch irgendeine Burg oder ähnliches anschauen wollten. Da fiel uns jenes sofort beim Anblick der Landkarte ins Auge (Autsch!). Also nichts wie hin, den Berg nuff und was sieht man da - eine riesige Kapelle, die über ein Heiligtum gebaut wurde sowie übergroße mit Neonröhren bestückte Kreuze (nochmals Autsch). Aber in unserer Phantasie sahen wir ganz andere Bilder, die auch so mit in den Text eingeflossen sind. Wir hatten uns alles angeschaut auch die Dwergelshöhle (Zwergenhöhle) und beschlossen ein Lied drüber zu machen, als Andenken für die vorchristliche Zeit. Ein Song war schon komplett fertig und da das Thema wie die Faust aufs Auge paßte, mußte nur noch die lyrische Lücke gefüllt werden.
Somit behandelt MENOSGADA das weiteste Ereignis von ehemals Thüringen und auch gleichzeitig die älteste Periode der CD, aber immer noch hermundurisches Siedlungsgebiet und bekam dadurch einen Platz auf der Platte.


Eine leider sehr christlich geprägte Mär aus dem fränkischen Sagenschatz!

Der Staffelberg Links des Mains, dem Schloß Banz gegenüber, erhebt sich 800 Fuß über dem Wasserspiegel dieses Flusses der Staffelberg, die äußerste nördliche Spitze der großen südlichen Kalkgebirgskette, reich an Heilkräutern, starken Quellen und urweltlichen Wassertieren, teils in versteinertem Zustand, teils in Abdrucken des weichen Kalksteines. Auf seinem steilen sattelförmigen Rücken stand ehemals eine berühmte Wallfahrtskirche, die 1525 zerstört und 1653 wieder aufgebaut wurde. Jetzt stehen auf dem Staffelberg eine Kapelle, Wohnung eines Eremiten, und vier Kreuze, aufgepflanzt von den Bewohnern der umliegenden Dörfer. Eine seiner Steinhöhlen ist das Querkelesloch.
Im Staffelberg ist ein großer Weiher und in diesem liegt ein großer Fisch, welcher den Schweif im Maul hat. Läßt der Fisch den Schweif aus dem Maul, so zerspringt und versinkt der ganze Berg; der ganze Main- und Rheingrund wird überschwemmt, Menschen, Vieh und alles geht zugrunde. Damit der große Fisch im Staffelberg den Schweif nicht aus dem Maul lasse, werden in den fernsten Gegenden Gebete verrichtet, so berichten Wallfahrer aus weiter Ferne. Kinder legen das Ohr auf den Boden und horchen auf das Geräusch des Wassers im Berg. "Ich aber", fügte die Erzählerin hinzu, die ihr Gebet der heiligen Adelgundis zu verrichten den Staffelberg hinaufging, "verlasse mich auf die heilige Adelgundis, die wird mich schützen."
Die Schweden, welche im Dreißigjährigen Krieg ringsum alles plünderten, wollten auch die Kapelle der heiligen Adelgundis berauben. Schon legten sie ihre Flinte auf die Kapelle an, als die Heilige im schwarzen Schleier erschien und, mit aufgehobenen Finger drohend, die Räuber in die Flucht. scheuchte.
Als in teuern Zeiten der Mesner hungerte, erschien die Heilige und legte ihm einen Kuchen auf den Kirchenstuhl. Alle Tage aß der Mesner von dem Kuchen, welcher nie weniger wurde.
In dem Querkelesloch wohnten Querkelen, welche den Bäuerinnen die Klöße aus dem Topf nahmen. Wie dies die Bäuerinnen bemerkten, zählten sie die Klöße in den Topf. Die Querkelen wanderten nun aus und sagten, die Zeiten seien ihnen zu schlecht, weil die Klöße in den Topf gezählt würden. Bei dem Dorf Wiesen ließen sie sich über den Main führen und gaben zum Abschied den Rat: "Eßt Steinobst und Bimellen, so wird euch das Herz nicht schwellen!"




Salzschlacht

Über die SALZSCHLACHT, die bei Tacitus in seinen Annalen (Jahr 58 u. Z.) erwähnt wurde, wollte ich schon lange mal ein Lied schreiben! Nun ist es geschehen! Bei jenem Hader handelt es sich um die berühmte Schlacht über die Salzquellen eines Flusses im Grenzgebiet der Chatten (die heutigen Hessen) und den Hermunduren, die als glorreiche Sieger hervorgingen.
Das Ereignis wurde an der Werra, bei Bad Salzungen (ca. 25 km von meiner Heimatstadt entfernt), wo noch heute Sole zu Tage gefördert wird, lokalisiert. In älteren Forschungsjahren kam auch die Saale dafür in Frage. Aber die meisten Indizien verweisen auf die oben genannte Stelle.
Wachturm - Funkenburg

Funkenburg: Rekonstruierte Höhensiedlung bei Westgreußen
Bei Gerwina (Speergott) in der 2. Strophe ist ein lokaler Gott mit gemeint, der vermutlich am ältesten urkundlich erwähnten Berg Thüringens, der GERBERSTEIN bei Ruhla ( im Jahre 935 bei einer Grenzbeschreibung der Mark Breitungen als Gervuenenstein genannt), von den Thüringern verehrt wurde.
In der letzten Strophe wird ein Brauch der Chatten behandelt. Bei jenen war es nämlich üblich, sich den Bart und die Haare erst dann zu schneiden (was sie auch mit einem Eidring beschwörten), wenn sie einen Gegner im Kampf getötet haben.
Die Zeile mit dem Schwert: "gebt den Göttern nun ..." habe ich mit eingebaut, da unter der Leitung des Prof. Behm-Blancke in Oberdorla einen auch von den Hermunduren genutztes Opfermoor mehrere Menschenknochenreste und ein Schwertidol gefunden wurde, was aus jener Zeit war und es wird gemunkelt das es ein Opfer nach jener Schlacht sein könnte!?
Der Rest müßte eigentlich aus der allgemeinen germanischen Mythologie schon bekannt sein und gehe ihn deswegen auch nicht weiter drauf ein.

Opfermoor bei Oberdorla

Schiffsheiligtum im Freilichtmuseum von Oberdorla




Brudermord

Ostgotische Adlerfibel
Adlerfibel aus Oßmannstedt
Die nächsten drei Lieder beschäftigen sich um die Zeit vom Untergang des Thüringer Königreiches.
BRUDERMORD ist eine Mischung aus Sage und wahrer Geschichte.
Thüringen wurde damals vom Großkönig Bisin beherrscht und der vererbte das Reich an seine drei Söhne Baderich, Berthachar und Herminafried.
Laut Gregor von Tours (ein fränkischer Geschichtsschreiber) hatte Herminafried seine Brüder umgebracht um alleine zu herrschen. Bei Baderich, was erst seine Frau anstiftete, half ihm sogar der Merowingerkönig Theuderich, dem er dafür Land versprach was er aber nicht einhielt. Aus diesem Grund überfiel Theuderich mit seinem Bruder Chlotachar (Chlothar) Thüringen, was im nächsten Lied verarbeitet wurde.
Bei Amalaberga handelt es sich in Wirklichkeit um eine verwelschte Nichte des Ostgotenkönig Theoderich der Große, auch Dietrich von Bern genannt, die er mit Herminafried vermählen ließ, um einen zusätzlichen Bündnispartner gegen die immer mächtiger werdenden Franken zu gewinnen.
In der Bevölkerung war sie nicht so beliebt, weil sie wahrscheinlich das arianische Christentum mit nach Thüringen brachte und auch sehr herrschsüchtig war.
In der Volkssage wiederum ist sie aber die Tochter des Frankenkönigs geworden und nach dessen Tode die Alleinerbin des Frankenreiches und nicht (siehe Iring) der Sohn einer Magd des Königs, woraus der ganze Hader erst entstand, worüber die zwei nun kommenden Lieder handeln.

Tanzbuche




De excideo Thuringiae

Der Liedname ist entlehnt von einem Gedicht, welches die später heilig gesprochene Radegunde im Kloster von Poitiers (Frankreich) von einem Dichter Namens Venantius Fortunatus niederschreiben ließ.
Glothar nahm sie nach dem Sieg über die Thüringer als Gefangene und später zur Frau um Thüringen auch rechtsmäßig zu beherrschen. Ihren Bruder ließ er aber heimtückisch töten.
Später wurde sie dann Nonne im oben genannten Kloster, wo sie auch heute noch verehrt wird und das Grab von ihr zu sehen ist.
Radegunde war die Tochter Berthachars und lebte nach dessen Tode mit ihrem Bruder am Hofe Herminafrieds.
Herminafried - der die Schlacht (531 unserer Zeit) durch Flucht überlebte - wurde von den Franken, um über das Schicksal Thüringens zu verhandeln, mit dem Versprechen des sicheren Geleits nach Zülpich (Königshof bei Köln), eingeladen. Er wurde dort arglistig von der Stadtmauer gestoßen und verstarb.
Seine Frau zog mit ihren Kindern in ihre alte Heimat nach Italien zurück, wobei sie durch die Wirren des langsam auflösenden Ostgotenreiches (da Theoderich auch schon vor längerer Zeit verstorben war) als Gefangene nach Byzans geriet. Sie erhielt dort eine königliche Behandlung und ihr Sohn Amalafrid wurde Feldherr unter dem oströmischen Kaiser Justinian.
Die Sachsen haben laut Volkssage bei jenem Feldzug mitgeholfen und bei einer Siegesfeier, die sie nach Art der Väter zelebrierten, wahrscheinlich eine Irminsul aufgestellt.
Hinterhältige Gruben anlegen worüber Rasen bedeckt war, damit die fränkischen Reiter hinein fielen, ist bei Gregor von Tours belegt.
Und bei jenem Geschichtsschreiber ist nichts von einem Schatz der besiegten Thüringer erwähnt, was aber üblich war als Kriegsbeute. Generationen von Wissenschaftlern streiten sich nun schon seit Jahren über die Stelle des Hortes der bis heute noch nicht gehoben wurde. Ebenso weiß man nicht genau wo die Burg einmal stand.
Nur eines ist sicher, daß sie in der Nähe von der Unstrut war.

Ulfhednar

Hier nun das Original Klagelied von Radegunde

De excidio Thuringiae
Vom Untergang Thüringens


O du trauriges Los des Krieges, du neidisches Schicksal,
In wie plötzlichem Sturz sinken doch Reiche dahin,
Lange gesicherte Stätten des Glücks, hochragende Giebel
Liegen, vom Sieger verbrannt, kläglich in Trümmern und Schutt.
Und das Gehöft des Palastes, das einst von Leben erfüllt war,
Ist von Gebäuden nicht mehr, nein, nur noch Asche bedeckt,
Und die Firsten der Dächer, die sonst rotgolden geschimmert,
Sind nun zu Boden gestürzt, sind nur noch Asche und Staub.
Männer von fürstlichem Rang, beraubt vom Feinde der Freiheit,
Stürzten in schimpfliches Los nieder vom Gipfel des Ruhms.
Der so glänzende Schwarm der dienenden Altersgenossen
Starrte, dem Leben entrückt, häßlich von Staube und Schmutz.
Die von Dienern umgebene Schar der gebietenden Herren
Blieb nun des letzten Geleits, blieb selbst des Grabes beraubt.
Die durch goldigen Schimmer des Haars übertroffen das Gold selbst,
Frauen, so weiß wie Milch, lagen zu Boden gestreckt.
Wie war das Gefilde bedeckt von den Körpern der Toten,
Ach, ein einziges Grab barg nun ein ganzes Geschlecht!
Jetzt kann Troja allein nicht mehr sein Ende beweinen,
Denn auch Thüringen litt ebenso blutigen Mord.
Weg schleppt man gefesselte Frauen an flatternden Haaren,
Keiner wurde vergönnt trauriger Abschied vom Heim.
Küssen durfte die Schwelle nicht noch der Gefangene, auch nicht
Schaun zu den Stätten zurück, die ihn gern länger geschaut.
Nackten Fußes die Gattin schritt im Blute des Gatten,
Über des Bruders Leib schritt da die Schwester hinweg.
Aus der Mutter Umarmung gerissen, am Auge nur hing ihr,
Lautlos, ohne Erguß schmerzlicher Tränen, der Sohn.
Leichter wohl ist's bei so schwerem Geschick des Sohnes zu sterben,
Tränen der Liebe zugleich schluchzend die Mutter vergoß.
Nicht vermag ich zu weinen, obgleich barbarischen Ursprungs,
So wie sie, kann ich nicht schwimmen in Tränenerguß.
Jeglicher hatte sein eigenes Leid, ich weinte für alle.
Alles, was jene geschmerzt, war mein persönliches Leid.
Glücklich die Männer, die tödlich die Waffe des Feindes getroffen,
Ich alleine nur blieb, sie zu beweinen, zurück.
Doch um die toten Verwandten nicht bloß muß ich weinen und klagen,
Meine Träne, sie fließt auch um Lebendige noch.
Mag ich auch oft im feuchten Gesicht die Augen verschließen,
Dämpfen den klagenden Laut, bleibt meine Sorge doch wach.
Sehnend erspäh ich, ob nicht mir kommt erfreuliche Botschaft,
Aber vom Vetter ersah nirgend ich Schatten und Spur.
Ihn, den Trost meiner Augen, den ich aufs zärtlichste liebte,
Nahm aus dem Arme mir weg neidisch ein feindliches Los.
Hat dir denn nicht, den fern von mir mein Gram nicht bekümmert,
Unser so herbes Geschick süßes Erinnern geweckt?
Denke daran, wie teuer ich dir seit frühester Jugend
Einst war, Amalafrid, was Radegunde dir war.
Wie du mich einst als blühender Knabe so innig geliebt hast,
Immer als Sohn des Ohms freundlicher Vetter mir warst.
Du hast mir den Vater ersetzt, den toten, die Mutter,
Hast mir die Schwester ersetzt, warest mir Bruder zugleich.
Oh wie ergötzte mich Kleine so sehr dein frohes Geplauder,
Scherzte ich Hand in Hand, Lippe an Lippe mit dir.
Sonst nahm kaum eine Weile dich mir die flüchtige Stunde,
Jetzt fehlt selbst dein Wort mir seit unendlicher Zeit!




Iring

IRING ist die bekannteste Sagengestalt aus Thüringen.
Er war ein Berater und guter Freund des Königs Herminafried, der im Volksmund Irminfried hieß.
Es gibt verschiedene Versionen von der Sage. Einmal die vom Mönch Widukind von Corvey, der sie in seiner Geschichte der sächsischen Könige niederschrieb und die Sachsen als die wahren Sieger herausstellte, dann die Schilderung von Gregor von Tours und jene aus dem Schwabenlande (die ein klein wenig anders ist).
Wie schon gesagt handelt es sich hierbei um eine Sage und widerspricht sich in einigem von den oben genannten geschichtlichen Fakten. Nach IRING wird auch seit dem in Thüringen die Milchstraße am Firmament, Iringstraße genannt! Die eigentliche Idee die Geschichte zu vertonen kam von Fenrir, der auch die Cover fürs Demo und das Debüt mitgestaltete.


Iring
Das Bild von unserem Democover, wo Herminafried sich gerade vor Theuderich beugt wo im gleichen Moment Iring Hinterrücks zusticht!

An dieser Stelle noch mal die Geschichten über die Hintergründe der letzten 3 Lieder aus dem Thüringer Sagenbuch, von Ernst Karl Wenig.

Das Ende des Thüringer Königreiches

Der Thüringer König Basinus hatte drei Söhne: Baderich, Herminefred und Berthar. Nach dem Willen ihres Vaters sollten die drei zusammen die Herrschaft ausüben. Doch Herminefred zog gegen Berthar, bezwang und tötete ihn. Damit war aber seine herrschsüchtige Frau Amalberga, eine Nichte des Frankenkönigs Theoderich, noch nicht zufrieden. Sie setzte ihm eines Tages nur die halbe Mahlzeit vor, und als er fragte, was das zu bedeuten habe, antwortete sie: "Wer nur das halbe Reich sein eigen nennt, hat auch nur Anspruch auf das halbe Essen!" Das stachelte Herminefred auf. Er verbündete sich mit König Theoderich von Franken und schlug und tötete auch seinen zweiten Bruder Baderich. Er hatte Theoderich versprochen, den Anteil des Toten am Königreich Thüringen mit ihm zu teilen, brach aber sein Wort, so daß Theoderich auf Mittel sann, Herminefred zu strafen.
Theoderich fing an, den Thüringern viele Schandtaten nachzureden. So brachte er sein Heer dahin, daß er darauf brannte, gegen die Übertäter ziehen. Nun verbündete sich Theoderich mit seinem Bruder Clotar und brach mit starker Heeresmacht nach Thüringen auf.
Die Thüringer, vom Herannahen der Franken mit Sorge erfüllt, stellten den Angreifern eine Falle. Im Felde, auf dem es zum Kampfe kommen sollte, legten sie Gruben an und bedeckten sie mit Reisig und Gras. Viele fränkische Reiter stürzten in die tückischen Löcher, und so wurde der erste Angriff abgeschlagen. Das nutzte den Thüringern aber nichts; die Franken rückten zum zweiten Mal heran und schlugen das Heer Herminefreds derart, das es bis zur Unstrut floh. Auch dort wurden noch viele Thüringer niedergemetzelt. Das Flußbett war mit Leichen angefüllt; die Franken ritten wie über eine Brücke darüber hinweg. Sie nahmen das Land in Besitz und brachten es unter ihre Herrschaft.
Herminefred hatte sich aus dem Staube gemacht, als er sah, daß die Franken den Sieg davontragen würden. Auf Geheiß Theoderichs kam er zu ihm und warf sich vor ihm nieder. Das nützte ihm aber nichts. Theoderich ließ ihn töten.

Scheibenfibel

Thüringische Scheibenfibel aus dem 7. Jahrhundert

So lautete die fränkische Sage vom Untergang des Thüringer Königreiches.

Als der König der Franken starb, hinterließ er außer seiner Tochter Amalberga, die mit dem Thüringer König Irminfried (d. i. Herminefred) verheiratet war, keinen rechtmäßigen Erben. Aus Anhänglichkeit an den toten König wählte das fränkische Volk dessen unehelichen Sohn Dietrich oder Theoderich, den Stiefbruder Amalbergas, zum Herrscher, obwohl er nach dem geltenden Recht keinen Anspruch auf den Thron hatte.
Diese Wahl ärgerte Amalberga, die danach trachtete, das Frankreich in ihren Besitz zu bekommen. Sie sei die rechtmäßige Erbin, ließ sie Theoderich mitteilen, er dagegen ein geborener Knecht, da seine Mutter eine Sklavin gewesen sei. Als trotz dieser Haltung Amalbergas Theoderich und Irminfried zum Ratgeber erwählt hatte. Ihn bat sie, dem König zu sagen, es zieme sich nicht für ihn, einen Sklaven die Hand zu reichen. Und tatsächlich brachte Amalberga auf diese Weise ihren Mann vom Frieden mit Theoderich ab, und Iring mußte ihm auch einreden, die Streitmacht der Thüringer sei der fränkischen überlegen. Schließlich ließ Irminfried Theoderich sagen, er wolle ihm zwar die Vetterschaft nicht verweigern, doch könne er sich nicht vorstellen, daß ein geborener Sklave königliches Recht und Eigentum besitzen solle.
Als Theoderich das vernahm, erfaßte ihn großer Zorn. Er sammelte ein gewaltiges Heer, mit dem er an Thüringens Grenze zog. Das hatte Irminfried vorausgesehen und mit seiner Streitmacht schon Aufstellung zum Kampfe genommen. Die Heere schlugen eine erbitterte Schlacht. Am dritten Tag gewannen die Franken die Oberhand, und Irminfried floh mit dem Rest seiner Scharen in die Burg Scithingi. Theoderich beratschlagte mit seinen Hauptleuten, ob man die Thüringer weiter verfolgen oder nach Franken zurückkehren solle. Viele waren dafür, heimzukehren, doch einige rieten zum Weiterkämpfen. Deren Rede gefiel dem König und allen anderen, die auf Beute und Ruhm begierig waren, am besten, und so wurde entschieden den Kampf fortzusetzen.
Der Frankenkönig richtete eine Botschaft an die Sachsen und lud sie ein, am Zug gegen die Thüringer teilzunehmen. Er wolle ihnen Thüringen nach dem Sieg auf Ewig überlassen. Die Sachsen nahmen das Anerbieten an, rückten heran und schlugen südlich der Burg Scithingi ihr Lager auf. Schon am Tage nach ihrer Ankunft stürmten sie die Vorstadt und steckten sie in Brand. Dann bildeten sie von Osten her eine Schlachtreihe. Die Thüringer unternahmen einen verzweifelten Gegenstoß, und da sie um ihr Leben kämpften, um ihr Land und ihre Familien, brachten sie die Sachsen an den Rand einer Niederlage. Diese aber führte neue Reiter heran, so daß die Thüringer wieder zurückweichen mußten. Erst das reinbrechende Dunkel machte dem Ringen ein Ende.
In dieser Nacht erbat Irminfried von Theoderich den Frieden und bot Unterwerfung an. Die fränkischen Räte, von Amalberga inzwischen bestochen, verwiesen auf die Gefahr, die dem Frankenreich von den wilden Sachsen drohen könne, und so ließ sich Theoderich herbei, das Angebot seines Schwagers anzunehmen. Die Kunde, daß der Kampf nicht wieder aufgenommen werde, verbreitete sich rasch. Sie drang auch in die belagerte Stadt, und die Menschen darin atmeten auf.
Des Friedens gewiß, ging ein Thüringer mit seinem Falken vor die Stadt. Der Vogel flog aber ans jenseitige Ufer der Unstrut und wurde von einem Sachsen gefangen. Der Thüringer forderte den Vogel, der Sachse verweigerte sich jedoch, ihn zurückfliegen zu lassen. Da sagte der Thüringer: "Wenn du den Falken zurückgibst, will ich dir ein Geheimnis anvertrauen." Der Sachse entgegnete: "Rede, du wirst den Vogel wiederbekommen." Da erzählte der Thüringer, daß Theoderich und Irminfried übereingekommen seien, nach dem Friedensschluß sich gemeinsam gegen die Sachsen zu wenden. Als der Thüringer sogar noch die zweite Stunde des folgenden Tages als Zeitpunkt dafür nannte, ließ der Sachse unverzüglich den Falken los und eilte zu seinen Leuten, ihnen die Nachricht zu bringen.
Sofort wurde Rat im sächsischen Lager gehalten. Ein hochbetagter Krieger, mit Namen "Vater der Väter", riet zum Kampfe, wenn nicht alles verloren gehen solle. Ihm schlossen sich die anderen an. Sie verwendeten den Tag, sich zu stärken, und mitten in der Nacht nahmen sie die Waffen und drangen mit solcher Wucht in die unbewachte Stadt ein, daß sie ihnen alsbald in die Hände fiel. Die Sachsen töteten alle Männer; die Jünglinge sparten sie für die Knechtschaft auf. Frauen und Kinder blieben verschont.
Abermals rettete sich Irminfried mit seiner Frau durch die Flucht. So war der Sieg der Sachsen nicht vollständig. Sie kümmerten sich weiter nicht um den geflohenen König, stellten, sobald der Morgen graute, am östlichen Tor einen Adler auf, errichteten einen Siegesaltar und verehrten ihre Götter, wie es schon die Väter und Vorväter getan hatten. Darauf wandten sie sich zum Lager der Franken, und Theoderich mußte ihnen ganz Thüringen geben.
Als Theoderich von Irminfrieds erneuter Flucht gehört hatte, sann er darüber nach, wie er ihn töten könne. Er ließ ihn rufen und ging dann zu Iring, der noch als Gast im Lager der Franken war. Den beredete er durch trügerische Versprechungen, seinen König Irminfried so ums Leben zu bringen, daß niemand ihn, Theoderich, als Anstifter vermuten könne. Iring weigerte sich lange, das schändliche zu tun, gab dann aber doch nach.
Iring
Iring vor dem Iringsweg
Irminfried kam ins Lager und warf sich vor Theoderich in den Staub. Iring, der als seines Königs Waffenträger daneben stand, stieß ihm das Schwert durch den Leib. Da herrschte ihn Theoderich an: "Durch diese Greueltat bist du zum Abscheu aller Menschen geworden. Sofort aus dem Lager mit dir, wir wollen an deinem Verbrechen weder Schuld noch Anteil haben!"
"Ja", entgegnete Iring, "ich bin zum Abscheu aller Menschen geworden, weil ich deinen Ränken diente. Ich will jedoch meinen König rächen!" Mit diesen Worten durchbohrte er Theoderich mit dem selben Schwerte, an dem Irminfrieds Blut klebte. Iring legte die Leiche seines Königs über die Theoderichs, damit der Thüringer wenigstens im Tode über dem Franken sei.
Mit dem Schwerte erkämpfte sich Iring einen Weg aus dem Lager und ging von dannen.




Zur Taverne

Was soll ich hierzu eigentlich noch sagen, dieses Lied hat einfach keinen (lyrischen) tieferen Sinn.
Es ist halt bloß ein Sauflied! Nur soviel: die Grundmelodie ist mir, das weiß ich noch ganz genau, einen Tag nach einem totalen Hartlackbrecher auf'm Dolmar eingefallen. Welcher gleich (jener Berg) als nächstes behandelt wird. Bei uns übrigens ist das EINSIEDEL die Taverne!
Hoch die Hörner

In der "Zur Taverne" auf der
Tannenbergburg 2001

Aaaaaaarrrrrgh

... oder hier zum Wikingertreffen
auf Usedom 2002




Dolmar

Das letzte Stück der Platte ist ein ruhiger Ausklang. Es ist ein akustisches Instrumental.
Auch bei diesem handelt es sich um einen heiligen Berg (793 über NN) in meiner unmittelbaren Nähe. Der Name ist keltischen Ursprungs und bedeutet soviel wie "großer Steintisch", was wahrscheinlich auf seine markante Form zurückzuführen ist. Auf dem Gipfelplateau sind zwei Ringwälle, wie auf so vielen Bergen hier in der Umgebung. Es wird behauptet, daß er nur zu kultischen Handlungen genutzt wurde, die bisweilen ins 8. Jahrhundert andauerten und erst nach dem Klosterbau in Rohr abnahmen.
In Nekropolen, in der näheren Umgebung, sind viele Bestattungen nach ihm ausgerichtet. Wir hatten dort schon oft eine Lohe entfacht und gar manches Fest gefeiert. Aber seit dem Bau der Kneipe da oben müssen wir uns anderorts betrinken... ähm, ich meine natürlich besinnlich feiern!?
Fränkischer Krieger

Und hier noch die zwei Lieder vom Demo die nicht mit auf das Debüt gekommen sind





Prolog

Das obligatorische, pathetische Intro zum Einklang fürs Demo.




Baldurs Träume

Dieses Lied wird aufgehoben für eine spätere Platte, die nur die Götterlieder der Edda als Konzeptalbum von der Genese bis zum Weltenbrand beinhalten wird.
BALDUR ist Odins Sohn - der Lichtgott und glänzensde unter den Asen.
Sein Tod stellt symbolisch die Sommersonnenwende dar, von wo an die Tage wieder kürzer werden und seine neue Geburt ist die Wintersonnenwende, wo das Licht wieder neu geboren und wachsen wird - im ewigen Kreislauf der Zeit.




Angel/Sachse - Helm von Benty Grange