Visbeker Braut und Bräutigam


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Bei unserer Tournee 2006 mit Eluveitie nutzten wir gleich einen freien Tag um ein paar Monumente der rätselhaften Großsteingräberkultur zu betrachten, welche so ungefähr auf der Strecke zum nächsten Austragungsort lagen! Raus gesucht hatte ich mir die Visbeker Braut nebst Umgebung im Oldenburger Land bei Wildeshausen.


Von der gleichnamigen Raststätte, wo wir mit unserem Tourbus hielten, ging es nun mit der ganzen Meute auf Schusters Rappen zu jenem pompösen Unikum. Meine Erwartungen wurden wieder einmal übertroffen, als wir nach ein paar Minuten vor dem ca. 80 m langen und ca. 7 m breiten Megalithgrab standen.

ODROERIR & ELUVEITIE


Visbeker Braut


von der Seite

Laut Volkssage ist hier abermals eine Hochzeitsgesellschaft zu Stein geworden, da eine Bauerntochter nicht ihren Geliebten heiraten durfte. Genauso erging es dann auch dem Hochzeitszug des verhaßten Bräutigams, welcher von dem Vater der Braut ursprünglich ausgesucht ward.


die Grabkammer


die Abschlußsteine


und von hinten noch mal

Da wir keine Wanderkarte besaßen und auch keine so auf die Schnelle bekommen hätten, mußten wir nun auf gut Glück weiter gehen und uns auf die Wegweiser verlassen, die aber nicht immer so eindeutig genug den weiteren Verlauf bzw. das nächste Ziel anzeigten.

Nach ein paar Kilometern (ohne klares Ziel???) wurde dann auch so langsam aus der mit 18 Leuten bestehenden starken Mannschaft ein kleines Stürmerfeld von nur noch vier Personen, die aber unbeirrt weiter suchten.
Bei einem Bauernhof fragten wir einfach ob wir denn noch auf dem korrekten Weg seien.
Als Antwort bekamen wir prompt: „RICHTIIIIIG!!!!!!“. Angeblich wären es nur noch zwei Kilometer dem Schotterweg entlang, was sich aber dennoch als ein ganz schönes Stück hin zog. Aber dafür wurden wir, als wir vor dem nächsten Zeitzeugen der Trichterbecherkultur standen, reichlich belohnt. Es war der sogenannte Opfertisch.


Opfertisch

... mit einem riesigen Deckstein

Wenige Schritte weiter kam dann auch schon der Visbeker Bräutigam, der nochmals um einiges länger, als sein weibliches Pendant - die Visbeker Braut, war!?! Wir kamen aus dem Erstaunen kaum heraus!!! Mit 104 m Länge lag nun jenes mystische Bauwerk aus grauer Vorzeit vor uns, dessen Idylle die in der Nähe vorbeiführende Autobahn ein klein wenig störte. Mit sagenhaften 130 Findlingen ist die 10 m lange Grabkammer rechteckig umzäumt.


von vorne aus gesehen mit Blick zur Grabkammer

... und von hinten bei den Abschlußsteinen der neolithischen Nekropole


Auch gibt es hier im unmittelbaren Umkreis gleich mehrere kleinere Anlagen, die auch zum Teil schon ziemlich zerstört sind.



Und hier noch ein etwas Größeres Grab, was auch der Brautwagen genannt wird.







Auf dem Weg wieder Richtung Ausgangspunkt, zurück zum Bus, lag noch jenes Hünengrab - die Kellersteine - mit dem markanten Anblick des zerbrochenen Decksteines.






Gleich dahinter war noch jenes Riesenbauwerk zu ersichten.



Es dämmerte schon. Maik, Sime, Stickel und Unsereins mußten sich dann so langsam beeilen. Ein Jogger dem wir zum Glück noch unterwegs kreuzten wies uns die ungefähre Richtung. Beim Dunkelwerden kamen wir sodann zur Hauptstraße zurück und die ersten Vermisstenanrufe nervten schon.
Auf jeden Fall muß ich unbedingt nochmals mit nem Fahrrad hier her kommen, da es ja noch viel mehr in dieser Gegend zu erkunden gibt, wofür diesmal aber leider keine Zeit mehr übrig war.